Handy-Knigge – wo wie und wann am Handy erreichbar sein?

Knigge-Falle Handy – immer erreichbar zu sein kann auch stören! ©Christoph Droste/ PIXELIO
Knigge-Falle Handy – immer erreichbar zu sein kann auch stören! ©Christoph Droste/ PIXELIO

Unsere Welt wird immer mobiler. Am letzten Samstag brachte Apple sein neuestes Produkt auf den Markt: das iPad. Zwar kann man mit diesem Gerät nicht telefonieren, aber ansonsten alles machen, was einen mit der virtuellen Welt verbindet: E-Mails lesen und schreiben, im Internet surfen, durch Fotoalben stöbern und sich Filme anschauen. Alles Dinge, die uns einerseits das Leben erleichtern, aber auch den persönlichen Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern oder Freunden einschränken.

Sich immer und ständig erreichbar halten, kann auch nerven und schlimmstenfalls zum Burn-out führen. Früher gab es eine Zeit zum Telefonieren, eine Zeit Zeitung zu lesen oder Nachrichten zu schauen, eine Zeit, Briefe zu schreiben und sich zu treffen. Dabei haben wir uns immer auf diese eine Sache konzentrieren und noch wichtiger, auf unseren Gegenüber. Heute müssen wir sofort unsere aktuellsten Mails im Blackberry checken, jeden Anruf entgegennehmen und wenn wir mal fünf Minuten Pause haben, schnell eine kleine Recherche im Internet durchführen.

Müssen wir denn immer erreichbar sein?

Unser Handy macht es möglich: wir sind immer erreichbar. Längst vergangen ist die Zeit, in der in öffentlichen Verkehrsmitteln mobiles Telefonieren verboten war. Der Anblick eines Menschen mit einem Handy am Ohr ist für uns ganz normal. Und das Mithören von privaten oder geschäftlichen Gesprächen alltäglich – ob wir wollen oder nicht. In Kinos, der Oper oder anderen Veranstaltungen klingeln Handys, obwohl sie ausgeschalten sein sollten und selbst in privater Runde werden Anrufe entgegen genommen.

Flächendeckende Kommunikation ist durchaus etwas Positives, aber wir sollten trotzdem immer darauf achten, dem Anlass entsprechend mit Handy & Co. zu agieren. In Gesellschaft gilt, sich kurz, knapp und sachlich am Handy zu verhalten. Eine Entschuldigung, wenn man sich kurz von der Gesellschaft zum Telefonieren entfernt, zeugt von Rücksicht und Takt. Achten Sie auf die Lautstärke Ihrer Stimme – nur weil Sie den anderen schlecht hören, kann dieser sie durchaus bei normaler Stimmlage gut verstehen. Ansonsten sollten Sie das Gespräch abbrechen und später zurückrufen. Rücksichtnahme fängt übrigens bereits beim Klingelton an: Stellen Sie Ihr Handy auf „Lautlos/Vibrieren“ – sie verpassen so nicht Ihren wichtigen Anruf, aber Ihre Gesprächspartner werden nicht gestört.

Sie verabreden sich mit einem guten Freund und wollen mal wieder einen entspannten Abend zu zweit verbringen. Doch er telefoniert andauernd oder schreibt SMS? Dann stehen Sie doch einfach auf und gehen, anstatt abzuwarten, bis Sie wieder an der Reihe sind. Das nächste Mal überlegt er sich gut, ob er in Ihrer Gegenwart einen Anruf annimmt oder die SMS nicht auf später verschiebt.

Die SMS-Funktion ist auch nicht dazu gedacht, „Schluss zu machen“. Klärende Worte in einem persönlichen Gespräch sind auch im Zeitalter der mobilen Kommunikation eine Wertschätzung Ihrem Gesprächspartner gegenüber. Denken Sie immer daran – wichtige Sachverhalte klärt man auch noch im 21. Jahrhundert bei einem persönlichen Treffen oder wenigstens per Telefon.

Denken Sie immer daran, das Wichtigste im Leben ist immer die zwischenmenschliche Beziehung und die sollte auch im Handy-Zeitalter nicht zu kurz kommen.

Wie wir uns am Telefon oder via E-Mail verhalten sollen, können Sie in zwei vergangenen Beiträgen nachlesen.

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