Teltower Textilfirma entwickelt „unsichtbares Unterhemd“ für den Geschäftsmann

Uwe Schmidt produziert in Sachsen spezielle Businessunterwäsche.
Teltow/Hartmannsdorf. Uwe Schmidt hat es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht, das weiße Unterhemd des Mannes zu retten. „Das Image des Kleidungsstücks ist wegen Männern wie TV-Ekel Alfred Tetzlaff völlig am Boden. Keiner will es tragen, weil man sofort an Bierflasche und Fernseher denken muss“, sagt der 42-Jährige aus dem brandenburgischen Teltow südwestlich von Berlin.

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Dienstag, 8. Dezember 2009

Teltower Textilfirma entwickelt „unsichtbares Unterhemd“ für den Geschäftsmann

Von Michael Klug
Uwe Schmidt produziert in Sachsen spezielle Businessunterwäsche.

Teltow/Hartmannsdorf. Uwe Schmidt hat es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht, das weiße Unterhemd des Mannes zu retten. „Das Image des Kleidungsstücks ist wegen Männern wie TV-Ekel Alfred Tetzlaff völlig am Boden. Keiner will es tragen, weil man sofort an Bierflasche und Fernseher denken muss“, sagt der 42-Jährige aus dem brandenburgischen Teltow südwestlich von Berlin.

Damit es nicht bald gänzlich um die Feinrippteile geschehen ist, hat der Unternehmer eine modische Gegenbewegung gestartet. „Es war Zeit für das Unterhemd des 21. Jahrhunderts. Und das habe ich entwickelt“, behauptet er.

Was nach einem Jux klingt, meint Schmidt ernst. Für die Idee mit den Unterhemden hat er vor einem Jahr seinen gut bezahlten Job als Projektmanager bei einer Versicherung gekündigt und als Startup ein Modelabel für Männerunterwäsche am Ortsrand von Teltow gegründet. Seitdem verfolgt der gebürtige Berliner unter dem grundsoliden Labelnamen Albert Kreuz die Mission „Unsichtbares Unterhemd“ für den Geschäftsmann.

„Aus meiner Zeit im Büro habe ich mir überlegt, was ein modernes Unterhemd haben muss“, sagt Schmidt. Demnach musste das neue Kleidungsstück einen tiefen Ausschnitt haben, ohne lästige Etiketten auskommen und die Nähte sollten flach unter denen des Oberhemdes verschwinden. Zudem hatten die Leibchen extra lang zu sein. „Bei mir sind die nämlich immer aus der Hose gerutscht“, sagt der Unternehmer. Nach dem Entwurf am Reißbrett ging Schmidt, der bis dato Textil-Laie war, in Phase zwei seiner Mission zu einer professionellen Designerin. Gemeinsam haben sie für den Herrn ausgetüftelt, was es für Damen schon seit Jahren gibt: ein hochelastisches Hemd aus bester Langstapelbaumwolle, die sich hauteng um den Körper und in jede Falte legt. Nahezu unsichtbar verschwindet so der Stoff vor dem Auge des Beobachters. Bis Branchenneuling Schmidt allerdings einen Produzenten für seine Idee fand, dauerte es damals noch Monate. „Es sollte unbedingt ein deutscher Hersteller sein. Für meine kleinen Stückzahlen wollen die meisten aber gar nicht erst anfangen“, beschreibt er seine Startschwierigkeiten. Erst in einer kleinen Näherei im sächsischen Hartmannsdorf in der Nähe der einstigen Textilhochburg Chemnitz wurde er fündig. „Es gibt nur wenige, für die Qualität so eine große Rolle spielt. Und das sollte man unterstützen“, sagt Inhaberin Marie Thomae, die sich auf Schmidts Kleinstserie von 700 Stück eingelassen hat. Zudem findet sie Schmidts neuartiges Hemd großartig. Die Hemden, die sich Herr Schmidt ausgedacht habe, seien handwerklich sehr anspruchsvoll, sagt Thomae. Das schlägt sich am Ende auch im Preis nieder. In der einfachsten Variante kostet ein Unterhemd der Marke Albert Kreuz im Internet knapp 20 Euro. Trotzdem ist die erste Serie mit 700 Hemden bereits ausverkauft, und Schmidts Sortiment wächst seitdem beständig um Boxer-Shorts, Krawatten und Businesssocken an. Vor allem Geschäftsleute und Büroangestellte scheinen von den hochwertigen Hemden begeistert zu sein. (ddp)

www.albert-kreuz.de

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2333745

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