Stil: Hand in der Hosentasche – lässig oder respektlos?

Ist es nicht lässig, eine Hand in der Hosentasche zu lassen, während man mit einem Kollegen spricht oder vor Publikum präsentiert? Gerade Männer sind schnell dabei, eine Hand in der Hosentasche verschwinden zu lassen. Es gibt genügend Vorbilder dafür: Gerhard Schröder hat eine Hand lässig in seiner maßgefertigten Hosentasche während die andere eine Cohiba hält. Silvio Berlusconi trägt die Hand in der Tasche, während er mit der anderen ein Mobiltelefon ans Ohr führt. Auch Barack Obama läuft gerne mal mit beidhändig versenkten Händen herum.

Die Etikette besagt: Bei der Begrüßung gehört die Hand nicht in die Hosentasche – sei es auch nur im Vorbeigehen! Als Männer noch Waffen trugen war die „freie“ Hand ein sichtbares Zeichen dafür, keine mit sich zu führen.

Oft versenken wir achtlos unsere Hände in den Hosentaschen – sei es aus Bequemlichkeit oder einer Demonstration von Lässigkeit. Jedoch sind unsere Hände ein wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation. Gesten gehören zu unserer Körpersprache, wir pointieren damit, unterstreichen Gesagtes. Mit der Hand in der Tasche nehmen wir uns diese Möglichkeit. Die Hand gehört (nicht nur) beim Grüßen genauso aus der Hosentasche wie der Kaugummi aus dem Mund. Damitzeigen Sie Ihrem Gegenüber Respekt und Wertschätzung.

Antwort von Jan Schaumann, Stilberater aus Berlin

Beitrag gefunden in Süddeutsche Zeitung, 12./13. Dezember 2009, geändert von Redaktion.

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