Wer soziale Kontakte pflegt, kommt immer wieder in die Situation, in der eine korrekte Anrede erwünscht ist. Bei Doktoren und Professoren ist diese noch klar, aber wie steht es bei Adligen, Würdenträgern und Volksvertretern? Eines ist sicher, Amtstitel sind nicht altmodisch, sondern durchaus zeitgemäß. Richtig angewandt, zeugen sie von Stil und Etikette und zeigen Sie als Mann von Welt. Zudem haben Sie mit der richtigen Anrede bereits einen großen Pluspunkt bei Ihrem Gegenüber erzielt.
Bei der Begrüßung sollte der Titel immer genannt werden. Ihr Gesprächspartner lässt Sie dann wissen, wie er zukünftig von Ihnen angeredet werden will; ob ihm die Nennung seines Nachnamens reicht oder er weiterhin beispielsweise mit Doktor oder Professor angeredet werden will. Auf jeden Fall gilt, bei mehreren Titeln immer den ranghöchsten, in diesem Fall Professor, verwenden.
Genauso wichtig wie die Einhaltung der richtigen Anrede ist die passende Ansprache mit „Sie“ oder „Du“. Die Regel dazu ist eigentlich einfach: Jede volljährige Person hat das Recht darauf, mit „Sie“ angesprochen zu werden. Das „Du“ ist dabei immer die Ausnahme. Aber sicher ist es Ihnen auch schon so ergangen, dass bei inoffiziellen Anlässen, Festivitäten oder bei Treffen gleicher Altersgruppen die Menschen schnell beim „Du“ sind. Dann ist es schwer, sich herauszuziehen und auf dem „Sie“ zu bestehen. Damit outen Sie sich als Spießer und werden gar zum Außenseiter.
Im Berufsleben gibt die Unternehmenskultur die richtige Anrede vor, diese sollte möglichst nicht ignoriert werden. Duzen sich alle Mitarbeiter, dürfte es schwierig sein, sich dem zu entziehen. Es sei denn, man bringt ein erhebliches Maß an Bedeutung, als auch an Souveränität mit. Keinesfalls sollte man aber unaufgefordert seine Kollegen spontan Duzen, sondern darauf warten, ob diese in irgendeiner Form signalisieren, dass sie mit der Anrede „Du“ einverstanden sind.
Eine Liste mit offiziellen Anreden finden Sie bei Wikipedia. Dazu bereits einen kleinen Auszug der wichtigsten:
- Herr Bundespräsident, Frau Bundespräsidentin
- Herr Bundeskanzler, Frau Bundeskanzlerin
- In der Politik also immer Herr/ Frau + Amtstitel
- Vorsitzende Richter werden vor Gericht in Deutschland als Herr Vorsitzender bzw. Frau Vorsitzende, in Österreich als Herr bzw. Frau Rat (am Obersten Gerichtshof: Herr bzw. Frau Hofrat) angesprochen.
- Die Anrede „Euer Ehren” ist eine Übersetzung des englischen Your hono(u)r und fand vor allem durch Filme und Fernsehserien Eingang in die deutsche Sprache. Gegenüber deutschsprachigen Gerichten ist die Anrede „Euer Ehren” jedoch nicht üblich.Durchaus üblich ist allerdings jedenfalls im Rahmen eines Schlussplädoyers bei Strafsachen einzuleiten mit der Anrede “Hohes Gericht”.
- Ansonsten gilt vor Gericht wie in der Politik Herr/ Frau + Amtstitel
- Botschafter eines Staates: Exzellenz (Mehrzahl: Exzellenzen)
- Botschafter des eigenen Staates: Herr Botschafter
- Papst: Eure Heiligkeit oder Heiliger Vater (für Katholiken)
- Kardinal: Eure Eminenz, Hochwürdigste Eminenz
- Bischof, Erzbischof, Titularbischof (Weihbischof) Eure (Hochwürdigste) Exzellenz bzw. (Erz-)Bischöfliche Gnaden (letzteres findet keine Verwendung mehr) – im vollen Titel „Seine Exzellenz der Hochwürdigste Herr Bischof“
- Priester (Welt- und Ordenspriester): Hochwürden, Hochwürdiger Herr Pfarrer/Pater/Abbé
Einen Anrede-Knigge mit Fallbeispielen hat Bild zusammengestellt.
Sind Sie firm in Anreden? Hatten Sie beruflich bereits mit der richtigen Anrede für Ihr Gegenüber zu kämpfen?
Schlagworte: korrekte Anrede für alle Anlässe, wann verwende ich Du, wann verwende ich Sie
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