Neue Reihe: Business-Etikette in Kanada und USA

Kanada – andere Business-Sitten, ähnlicher Dresscode © Tim Reinhart, pixelio
Kanada – andere Business-Sitten, ähnlicher Dresscode © Tim Reinhart, pixelio

Die Olympischen Spiele sind in vollem Gange. Kanada ist dieses Jahr Gastgeberland. Das Land der unendlichen Weiten, der hohen Berge und tiefen Seen zeigt sich weltoffen und freundlich. Der Austragungsort Vancouver besitzt selbst eine multikulturelle Gesellschaft, fast 50% der Einwohner gehören der sogenannten „sichtbaren Minderheit“ an. Trotzdem haben die meisten Bewohner den American Way of Life verinnerlicht. Wer nun als Deutscher nach Kanada oder auch in die USA zum Arbeiten kommt, sollte sich daher in den Geschäfts-Gepflogenheiten der Amerikaner auskennen. Ein paar Tipps können die Zusammenarbeit durchaus erleichtern.

Mit Business-Etikette Kanada/ USA wollen wir im ALBERT KREUZ Blog eine neue Reihe eröffnen: Business-Etikette und Dresscode international. Unterstützt werden wir dabei von Kornelia Epping, Geschäftsführerin von MOVES consulting.

Dresscode Nordamerika

Der kanadische Dresscode unterscheidet sich im Wesentlichen nicht vom US-amerikanischen. Er ist dem deutschen sehr ähnlich, der je nach Branche Anzug mit weißem oder dezent farbigem Hemd und Krawatte beinhaltet. Jedoch ist in Nordamerika durchaus auch ein etwas legerer Kleidungsstil wie lange Stoffhose samt passendem Hemd, Krawatte und Sakko im Business erlaubt. Typisch amerikanisch ist der „lazy friday“ bzw. „casual friday, an dem auf Anzug verzichtet werden darf. An diesen Tagen kommt der Mitarbeiter auch schon mal in Jeans zur Arbeit. Allerdings gilt wie überall in der Arbeitswelt Sauberkeit bei Kleidung und Schuhwerk als oberstes Gebot. Eine gepflegte Erscheinung ist ein absolutes Muss! Der Amerikaner ebenso wie der Kanadier sind peinlich genau darauf bedacht auf keinen Fall sexuelle Anspielungen aufkommen zu lassen. Dies wird umgehend und sehr streng geahndet!

Auf Du und Du im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Die Nordamerikaner bevorzugen das relativ schnelle Du und den Vornamen im Gespräch. Das sollte aber auf keinen Fall dazu verleiten zu „kumpelhaft“ zu werden. Das „Du“ gehört zur Beziehungspflege und zum Etablieren einer guten Beziehung und ist nicht zu vergleichen mit einem deutschen „Du“.

Das Taktgefühl der Kanadier und Amerikaner besagt: Mein Gegenüber erwartet eine freundliche und persönliche bzw. verbindliche Behandlung von mir. Das wünscht sich der Nordamerikaner auch vice versa. Die Redewendung: „Ruf doch mal an“ – oder – „Komm doch mal vorbei“ – hat bei weitem nicht die Aussagekraft wie im deutschen Raum. Sie ist genauso wenig wie das „how do you do“ wörtlich zu nehmen und zu beantworten.

Learning by Doing

Das Arbeitsverhalten in Kanada und USA ist  leistungsorientierter und ausdauernder als in „Good Old Europe“.  Besprechungen, die über Stunden dauern und bis in den tiefen Abend hinein gehen, sind keine Seltenheit. Die Meeting-Teilnehmer bestellen sich etwas zu essen – und schon geht es weiter. Wenn Vorgesetzte Aufgaben an ihre Mitarbeiter delegieren, ist es nicht üblich, Rückfragen zu stellen, sondern sich eigenständig in die Aufgabe einzuarbeiten. Rückfragen werden als ein „in Frage stellen“ interpretiert und sollten daher lieber ausbleiben. Learning by doing ist das amerikanische Erfolgsmotto!

Beim Small-Talk nicht politisieren

Eine Eigenheit der Deutschen, überall dort, wo es geht, die Rahmenbedingungen zu optimieren, stößt bei Kanadier und US-Amerikaner auf Unverständnis. Unaufgefordert wird dem Gegenüber dies kundgetan und als Hilfestellung angeboten. Dies wird von den Nordamerikanern aber meist als unsensibel und übergriffig empfunden. Hat doch der Gastgeber bzw. Geschäftspartner in den meisten Fällen weder um Rat, noch um Kritik gebeten.

Ich kann meinen Landsleuten nur immer wieder wärmstens empfehlen im kanadischen bzw. US-amerikanischen Raum auf Kommentare dieser Art weitestgehend zu verzichten. Sie können die Geschäftsbeziehungen sehr zäh und schwierig gestalten, im schlimmsten Fall sogar scheitern lassen. Genauso empfindlich reagieren nordamerikanische Geschäftspartner bei Kommentaren zur aktuellen Regierung und Politik allgemein. Diese Themen haben im Business nichts zu suchen.

Kornelia Epping MOVES consulting Geschäftsführung MOVES consulting, Spezialist für ExpatsKornelia Epping ist Inhaberin von MOVES consulting, dem Spezialisten für erfolgreiche und glückliche Expats. Das Unternehmen bietet Geschäftsleuten und ihren Familien mehrere Bausteine*, um sich auf die neuen Herausforderungen im Ausland vorzubereiten. Mit Wissen, Unterstützung und Kontakten am neuen Aufenthaltsort erhalten die Expats Unterstützung in der Vorbereitungszeit oder on-the-job während des Auslandsaufenthaltes. Sie lernen bei MOVES consulting ihre Handlungsspielräume und sozialen Ressourcen zu erweitern. So wird der neue Arbeitsplatz bzw. das neue Lebensumfeld schneller und reibungsloser zur ihrer neuen Heimat. Die drei Säulen* für den erfolgreichen Auslandsaufenthalt sind Relocation Management, Interkulturelles Training und Interkulturelles Coaching.

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