Die Geschichte der Schleife (Querbinder)

Madame Pompadour gilt als die Erfinderin der Schleife
Madame Pompadour gilt als die Erfinderin der Schleife

Wer hätte gedacht, dass das männliche Accessoire, die Schleife, von einer Frau erfunden wurde. Genauer gesagt, nicht von irgendeiner Frau, sondern von Madame Pompadour – der Geliebten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Sie funktionierte einfach die Schleife, die bisher ihr Mieder zusammenhielt, zu einer „Halskette“ um. Eine Provokation in der damaligen Zeit – die Schleife auf nackter Haut.

Die Bohemiens nahmen das modische Accessoire wieder auf und zeigten sich nun mit Schleife um den Hals. Das galt zu deren Zeit als exzentrisch und durchaus provokativ gegenüber der adligen und bürgerlichen Gesellschaft.

Im 19. Jahrhundert war die Schleife nicht nur um einiges beliebter als die Krawatte, sondern auch um einiges größer. Ihre Form, wie wir sie heute kennen, erhielt die Schleife in den 1950er Jahren. Man nennt diese Art von Schleife auch Libelle.

In unserer Zeit hat die Krawatte den Querbinder – wie die Schleife fachmännisch genannt wird – fast vollständig aus dem Alltag verdrängt. Sie wird eher als unkonventionelles Markenzeichen denn als Ergänzung zum Anzug getragen: Künstler, Wissenschaftler und Individualisten zeigen sich gerne mit Schleife um den Hals. Was durchaus auch pragmatische Gründe hat: Der Querbinder ist einem bei der Arbeit (bei Chemikalien, in der Fertigung) nicht im Weg – die Krawatte kann hierbei schon zu einem Sicherheitsrisiko werden.

Zurück auf dem Modeparkett ist die Schleife seit letztem Jahr, als junge New Yorker Börsianer den Querbinder für ihr berufliches Auftreten wieder entdeckten. Die Auswahl an Schleifen-Mustern ist so vielfältig wie die von Krawatten – nur mit einer Schleife hebt sich der trendbewusste Mann aus der Masse der Krawattenträger heraus.

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